Sam Riviere/Laura Tenschert/Sam Riviere/Laura Tenschert


Sam Riviere asked if I wanted to translate a few of his poems into German for the poetry translation website Lyrikline. A translator only translates into their mothertongue, not out of it, so I asked my good friend Laura Tenschert if she would like to do it instead. I acted as a kind of co-editor with Laura of her translations, and we spent quite a few hours discussing the poems, reading them out loud in both languages, and altering the odd word or bit of syntax here and there. Laura’s translations are incredible. Here is one of my favourite poems by Sam, translated by Laura:
“MY FACE SAW HER MAGAZINE”
über die mondlandschaften von skateparks hinweg bist du 13 j & darfst nicht mehr mit jungs spielen / auf gleis 6 trägst du dein wunderbares cape und bist nicht eigentlich du sondern jemand anderes / während ich ein typ bin der texte missversteht und sie deshalb umso schöner und persönlicher versteht
mit deinem dunklen pony weissem hemd und strohhut bist du
der blasseste goth beim picknick / entschieden unentzückt
von meinem doch so entzückenden freund bist du der inbegriff von desinteresse
im bett & in zusammenpassender unterwäsche versteckst du den tunnel
den wir im amerikanischen gefängnis gegraben haben / antwortest nicht auf meine sms
du bist die aktentasche deren inhalt golden leuchtet
mir wird klar ich kann nur mit jeweils einem auge hineinsehen / es ist reine
propaganda die pupille ein klecks schwärzester tintelstrahltinte
in deiner luxus strickmode machst du werbung
für luxus strickmode / & dann & dann blinzelst du
LAURA TENSCHERT has just completed her MA at Goldsmiths College and is preparing a PhD application. She is also a singer songwriter.
SAM RIVIERE was born in 1981, and began to write poems while at the Norwich School of Art and Design. He completed his MA at Royal Holloway in 2006. He co-edits the anthology series Stop Sharpening Your Knives, and is currently working towards a PhD at the University of East Anglia. A recipient of a 2009 Eric Gregory Award, he was recently selected for the Faber New Poets scheme.
Here’s all the information you need for And Other Stories’ German Reading Group. And Other Stories has a focus on books in translation and promoting foreign language literature in the UK
Shaun Ottway
[1] Walter Benjamin, ‘Theses on the Philosophy of History’, lluminations, p249
For words as raw matter:
The word’s a harlot in disguise
Like breeding chameleon drowning in full flight
Or undressed as a thirsty charcoal silhouette
Forwards like a needle through a thrhead
Carving knife made just for splitting hairs
Bare-skin below the snow -watch and hear the landscape grow
Screamed into the walls with betäubung and hunger - laws
Framed next to a door - portrait of a patchy boy on this first floor
A plane frame of glass clips battered fish - and wooden chip
And so much rope on a pearl-cerulean deck that
‘Here where my Wahn Frieden fand’ -the scription Wagner Wahnfried land
The hawk will not misjudge the wind
Don’t wait, or waste ‘a heap of broken image is,
Where the sun beats’ they need to not exist
But let us talk aboutaround a pivoting match of heards
Beauty is a line what time disturbed
And a castle descended in springramophonic blows
Or the light outside my window, or a vessel in a cove
From which and to – the tender-to must move
Navigating the eye on the horizon line as on that line the liner rides
Cerulean blue and writing on the shore somehere in this house we will find more
Rectangles pretend to freeze that sum of gardened stones
I rendered the sailing vessel of my mouth for those
Down by the riverbank, I’m stuck to the ground, my lungs won’t flake a sound
I am an eagle in the melting snow - I will never know smoke
Like a man on a wire – suspended between a church spire and a train
Such a spare frame
I touched every stone in this house
Between the click of the light and the dark poetry of Grass
The trommel and the panne
The rummel and the dürration Variante
Fried of a phone box meeting - arranged through a telegram of loaded birds
The Flying Dutchman, Raskolnikov, Leverkuehn and Hoefgen
Sitting, sipping coffee by this candlelight
I’m not quite sure about the colour of my eyes – they change with time
A peppered sport for which to cry once the injection does it’s strutt
Shooting an albatross is definitely bad luck
Achtung! The boy is running to the road with laughter, chased by his father
On a Belgian beach – you will learn how to ride on two wheels
I eat beautiful things but sometimes there is nothing left to do
But to drink from the cup that’s right in front of you
Frau Ziegelstein, Miss Ziegelstein
That treppenhaus and courtyard is mine
And the matter is anything that I can fbind
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The launch of Verfreundungseffekt Vol. I and the Verfreundungseffekt Exhibition at Heimatmuseum (cont.)
The launch of Verfreundungseffekt Vol. I at the three-day Verfreundungseffekt Exhibition at Heimatmuseum.
A Colder Consciousness on Resonance FM - Joe Hales and Jen Calleja of Verfreundungseffekt
Tonight Joe and I will be on Resonance FM talking about the magazine, the exhibition and German music…
ACC #19
Ach, was sind wir dumme Leute…
Amadeus Boehm’s piece for the Verfreundungseffekt magazine reminds me of this:
Ach, was sind wir dumme Leute…
Ach, was sind wir dumme Leute -wir genießen nie das Heute. Unser ganzes Menschenleben ist ein Hasten, ist ein Streben, ist ein Bangen, ist ein Sorgen -heute denkt man schon an morgen, morgen an die spät´re Zeit -und kein Mensch genießt das Heut´-. auf des Lebens Stufenleiter eilt man weiter, immer weiter. – –
Ja, wir leben zu geschwind heut –gar zu schnell entflieht die Kindheit –schon der Knabe in der Schule sitzt nervös auf seinem Stuhle –von der Fibel wird ihm übel, nur mit Sträuben lernt er schreiben, und am liebsten möchte‘ er raus aus dem schönen Elternhaus, denn er glaubt, es sei gescheiter immer weiter, immer weiter – –
Kommt er dann erst in die Lehre, denkt die halberwachsene Göre: “Ach, wenn ich blos erst größer wär’, als Soldat beim Militär….” Aber ist er dann Rekrut - ach, wie ist ihm dann zumut’…. Da singt er ganz andere Lieder: Nach der Heimat moecht’ ich wieder. Waer ich doch erst Gefreiter -und dann weiter, - immer weiter. – –
Ist die Schulzeit dann zu Ende, steht er an der Lebenswende, —dünkt sich groß wie irgendeiner, —wird als Lehrling sehr bald kleiner; —wird gepufft und angepfiffen, bis er endlich hat begriffen, dass man nur durch Fleiß und Streben sich behaupten kann im Leben. –Und sein Pflichtenkreis wird breiter, —immer weiter, immer weiter – –
Ist er Anfang Zwanzig eben, denkt er schon ans Eheleben. Ja, in einem Tanzlokale sieht er sie zum ersten Male –und am Abend bringt er’s Liebchen schon nach Haus bis vor ihr Stübchen. Hold errötend sagt die Maid: „Junger Man, Sie gehn zu weit“ Doch trotzdem geht der Begleiter immer weiter, immer weiter – –
Er, noch ganz erhitzt vom Tanze, sagt zu ihr: „Ich geh‘ aufsGanze!“ Immer näher kommt zur Maid er –sie rückt weiter, immer weiter. „Komm“, sagt er, „‘s ist nicht gefährlich, wirst mein Weibchen brav und ehrlich, In sechs Wochen bist du mein“, —Und er küsst das Mägdelein! Und nun sagt sie froh und heiter: „Küsse weiter, immer weiter“ – –
Ja, nun zählt er die Sekunden bis man ihm mit ihr verbunden. Ist das nicht ein toller Einfall? ‘s hat doch Zeit mit solchem Reinfall! Er nimmt die geknickteLilie. Bald vermehrt sich die Familie, und nach kurzem hat er schon auf dem Schoß den ersten Sohn. Erst kommt einer—dann ein zweiter –und so weiter, immer weiter – –
Nun beginnt erst recht das Plagen, oft hört man die beiden sagen: „Wenn wir nur die Sorgen los sind, wenn die Kinder nur erst groß sind, dann strahlt uns der Himmel heiter.“ Und sie schaffen immer weiter, lassen blind beim Vorwärtsgehn ihres Lebens Rosen stehn, suchen Tausendguldenkräuter immer weiter, immer weiter – –
So entflieht die Zeit wie’n Traum und die beiden merken’s kaum –erst verheiraten sie ihr Mariechen, dann verlob’n sie ihr Sophiechen, dann kommt Walter zur Marine, dann lernt Englisch die Pauline –dann macht Wilhelm sein Examen –dann komm’n noch zwei junge Damen –eine sechzehn – eine vierzehn–das kost’t Kleider, Hüte, Schürzen, um die richtig auszustatten für den künft’gen Herrn und Gatten.
Niemals weiß man, wie man dran ist, nie gibt’s Ruhe – nie gibt’s Frieden –wenn die eine an den Mann ist, ist die andre schon geschieden. Wenn die Jüngste noch zu haben, hat die Ält’ste schon ‘nen Knaben, erst kommt einer – dann ein zweiter und so weiter – immer weiter – –
Sehn Sie, so entfliehn die Jahre. Großpapa hat weiße Haare. –Und der Mondschein zieht sich breiter immer weiter, immer weiter –Und er seufzt: „Wie schön der Mai ist, sieht man erst, wenn er vorbei ist.“ „Ach, wir waren blind“, so klang er und zu seinem Enkel sagt er: „Nutz den Frühling deines Lebens, leb im Sommer nicht vergebens denn gar bald stehest du im Herbste bis der Winter naht, dann sterbste. und die Welt geht trotzdem heiter Immer weiter, immer weiter“ – –
Otto Reutter